Jeder Ton ist schon ein Akkord (Flageoletts)

Veröffentlicht am 24. Oktober 2023 um 22:59

Jeder einzelne Ton, der auf der Gitarre gespielt wird, besteht aus einer Mischung mehreren Teiltöne der Obertonreihe. Die Mischung der Teiltöne und ihre Intensität des Erklingens bestimmt die Klangfarbe. Die einzelnen Teiltöne lassen sich auf der Gitarre durch Blocken der schwingenden Saite an den entsprechenden Punkten hörbar machen (Flageolett). Die schwingende Leersaite, wie auch jeder beliebige Gitarrenton, enthält alle Teiltöne der Reihe in ganz bestimmter Intensität, Daraus ergibt sich der Formant, der wesentlich dafür ist, dass man beim bloßen Hören eines Tones erkennen kann, welches Musikinstrument ihn erklingen lässt.

Hier kannst du sehen mit welchen Teilungsverhältnissen welcher Oberton der Teiltonreihe auf einer Saite herausgelockt wird.

 

  • Das Verhältnis 1:2 stellt die Oktave dar (zweiter Teilton) und der entsprechende Punkt der Gitarre ist der 12.Bund. Bei der klassischen Gitarre ist dieser Punkt der Ort des Griffbretts, wo der Hals den Korpus berührt.
  • Der zweite Schwingungsknoten befindet sich senkrecht über dem 7.Bund, hörbar ist hier die Quinte über der Oktave, die schwingende Saitenlänge ist hier gedrittelt (roter Punkt).
  • Über dem 5.Bund befindet sich der dritte Knotenpunkt, hier erklingt der 4, Ton der Reihe, die doppelte Oktave der Leersaite. Mathematisch betrachtet haben wir hier eine Vierteilung.
  • Der nächste Knoten befindet sich senkrecht über dem 4.Bund, hier hört man hier die große Terz über der doppelten Oktave. Dieser Ton lässt sich auch am 9.Bund finden.
  • Zum Schluss noch der Knoten über dem 3.Bund. Hier findet man die Quinte über der doppelten Oktave.

 

Im unten abgebildeten Notenbeispiel sind alle gebräuchlichen zu sehen, hier sogar als doppelte Flageoletts, also zweistimmig. Die entsprechenden Saiten sind im Kreis mit einer Zahl notiert, die Knotenpunkte befinden sich über den mit römischen Ziffern angegebenen Bundstäbchen.

 

Die weiteren Töne der Reihe kann man auch hörbar machen, sind aber als Flageolett Töne sehr schwer zu kontrollieren und werden praktisch nie benutzt. Notiert werden Flageolett Töne mit Noten-Körper in Karoform. 

 

Übrigens kann man Flageolett Töne durch eine spezielle Technik der Anschlagsfinger auch künstlich produzieren. Man spricht hier von künstlichen Flageoletts, aber das ist ein andermal dran.

Viel Vergnügen beim Ausprobieren.

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